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Georges Braque - Lebensstationen

1882
Georges Braque wird am 13. Mai in Argenteuil-sur-Seine als Sohn eines Dekorationsmalers geboren.

1890
Übersiedlung der Familie Braque nach Le Havre.

1897
Besuch der Abendkurse in der Kunstschule von Le Havre.

1899
Beginn einer Lehre bei einem Dekorationsmaler in Le Havre.

1900
Braque geht nach Paris; er wohnt auf dem Montmartre und besucht Abendkurse des Cours Municipal in Batignolles, um malen und zeichnen zu lernen.

1901–02
Einjähriger Militärdienst.

1902-04
Zurück auf dem Montmartre besucht er die Malklasse in der Académie Humbert; studiert kurze Zeit an der École des Beaux-Arts, kehrt danach aber an die Académie Humbert zurück.
Häufige Besuche des Louvre, des Musée du Luxembourg sowie der Galerien von den Kunsthändlern Durand-Ruel und Vollard. Dort entdeckt er die Malerei der Impressionisten; seine Vorliebe gehört Renoir, Monet, Cézanne, van Gogh und Seurat.

1904
Erstes eigenes Atelier auf dem Montmartre.

1905
Sommeraufenthalt in Honfleur und Le Havre. Sehr beeindruckt von dem Saal der Fauves im Salon d'Automne schließt sich Braque dieser Gruppe an.

1906
Braque stellt im Salon des Indépendants aus. Reise nach Antwerpen und L'Estaque, wo erste fauvistische Bilder entstehen.

1907
Neue Ausstellung im Salon des Indépendants. Alle seine Bilder werden verkauft. Begegnung mit Matisse, Vlaminck und Derain. Im Oktober Ausstellung eines Bildes im Salon d'Automne. Der junge deutsche Kunsthändler Kahnweiler, der eine Galerie in der Rue Vignon in Paris aufgemacht hat, kauft viele Bilder und schließt mit Braque einen Vertrag für sein ganzes Œuvre ab. Braque lernt durch Vermittlung Guillaume Apollinaires Picasso kennen. Die spätere Freundschaft mit Picasso wird folgenreich für die Entwicklung des Kubismus.

1908
Sommeraufenthalt in L'Estaque. Erste kubistische Bilder entstehen. Kahnweiler zeigt die Bilder Braques in seiner Galerie in einer Einzelausstellung.

1909
Braque stellt im März im Salon des Indépendants aus. Der Kritiker Louis Vauxcelles spricht von seinen "bizarreries cubiques". Beginn einer engen Freundschaft mit Picasso. Die analytische Phase des Kubismus setzt ein.

1910
Sommeraufenthalt in L'Estaque. Im Winter stellt er bei der Neuen Künstler-Vereinigung in München aus.

1911
Erste Verwendung von Buchstaben in seiner Malerei. Braque verbringt den Sommer zusammen mit Picasso in Céret und kehrt im Oktober nach Paris zurück. Es entstehen zahlreiche kubistische Radierungen.

1912
Heirat mit Marcelle Lapré. Sommeraufenthalt mit Picasso in Sorgues (Provence). Es entstehen die ersten Collagen (papiers collés). Teilnahme an der Sonderbundausstellung in Köln und an der zweiten Ausstellung der Gruppe Blauer Reiter in München.

1913-15
Ausstellungen in New York, Dresden, Berlin. Einberufung zum Militär, ein Jahr später schwere Kopfverletzung und Befreiung vom Wehrdienst.

1916
Genesungsaufenthalt in Sorgues.

1917
Braque beginnt wieder zu malen. Freundschaft mit Henri Laurens und Juan Gris. Léonce Rosenberg wird anstelle von Kahnweiler Braques Kunsthändler in Paris.

1918
Stilistisch wird Braques Malerei eine Zeit lang von den Bildhauerarbeiten seines Freundes Henri Laurens beeinflusst. Anfang einer langen Serie von "Guéridons" (Stilleben auf einem runden Tisch), die bis in die dreißiger Jahre fortgesetzt wird.

1920
Ausstellungen im Salon Indépendants und im Salon d'Automne. Rückkehr zur Galerie Kahnweiler.

1921
Er schafft seine erste Lithographie "Nature morte III"

1922
Auf Einladung stellt er 18 Bilder im Salon d'Automne aus, die alle verkauft werden Übersiedlung vom Montmartre zum Montparnasse.

1924
Braque verlässt Kahnweiler und schließt einen neuen Vertrag mit dem Kunsthändler Paul Rosenberg, in dessen Galerie er eine Ausstellung zeigt.

1925
Umzug in das Haus 6 Rue du Douanier (heute Rue Georges Braque), wo er bis zu seinem Tode lebt.

1929-31
Einrichtung eines Sommerhauses in Varengeville. Er interessiert sich vermehrt für das graphische Arbeiten und widmet sich verstärkt Stilllebenmotiven und mythologischen Themen.

1932
Im Auftrag von Vollard fertigt Braque 16 Radierungen als Illustrationen zu Hediods "Théogonie“. Im selben Jahr gelingt ihm mit der Farblithographie "Athênê" eines seiner graphischen Meisterwerke.

1933
Erste große retrospektive Ausstellung in der Kunsthalle Basel.

1934
Publikation von Carl Einsteins Monographie „Georges Braque“.

1937
Braque erhält den ersten Preis bei der internationalen Ausstellung im Carnegie Institute, Pittsburgh.

1939-40
Bildhauerische Arbeiten. Retrospektive Ausstellungen seiner Arbeiten in Chicago, Washington und San Francisco. Zu Beginn der deutschen Besatzung Flucht ins Limousin und in die Pyrenäen.

1945
Schwere Krankheit. Wiederaufnahme der lithographischen Arbeit. Zahlreiche meist farbige Lithographien entstehen, beginnend mit "Phaéton (Char I)".

1946
Anfang einer Serie von farbigen Lithographien im Atelier Mourlot, Paris zum Thema "Hélios" (Sonnengott).

1947
Erste Ausstellung in der Galerie seines neuen Kunsthändlers, Aimé Maeght.

1948
Braque erhält den ersten Preis der Biennale von Venedig für sein Bild "Le Billard" von 1945. Das Motiv des Vogels beginnt eine große Rolle in seinem Werk zu spielen.

1949
Große retrospektive Ausstellungen im Museum von Cleveland und im Museum of Modern Art in New York.

1949
Die ersten Atelier-Bilder werden vollendet. Im Auftrag von Louis Jouvet schafft er Entwürfe für "Tartuffe" von Moliére. In den beiden Radierungen Théogonie I und II fasst er das Thema von Hesiod erneut auf.

1952–53
Im Auftrag der Nationalmuseen Frankreichs führt Braque drei große Deckengemälde für den Saal Henri II (Etruskische Kunst) im Louvre aus.

1954
Er malt Glasfenster für eine romanische Dorfkirche in Vaengeville.

1956
Ende der Serie von Atelier-Bildern. Große retrospektive Ausstellung in der Scottish Royal Academy in Edinburgh und in der Tate Galery in London. Er befasst sich besonders mit dem Thema des Vogels in seiner Malerei und im graphischen Werk. Im November findet eine große Ausstellung seiner Plastik und Graphik im Museum Boymans in Rotterdam statt.

1958
Retrospektive Ausstellung seines gesamten graphischen Werkes in Genf (Athénée). Weitere Ausstellungen im Palazzo Barberini in Rom (wo er den Feltrinelli-Preis erhält) und während der Biennale in Venedig.

1960
Retrospektive Ausstellung in der Kunsthalle Basel. Ausstellung seines gesamten graphischen Werkes in der Bibliothèque Nationale in Paris.

1961
Retrospektive Ausstellung "L'Atelier de Braque" im Louvre.

1963
Braque stirbt am 31. August in seiner Pariser Wohnung.