ACC Amberg

Große Kunstausstellung 20.07.-16.09.2020

Originalgraphiken von Georges Braque

Georges Braque – Wegbereiter der Avantgarde

Mit Georges Braque setzt das Amberger Congress Centrum seine Ausstellungsreihe berühmter Künstler fort. Georges Braque, 1882 in Argenteuil geboren und 1963 in Paris verstorben, gehört zu den großen und bedeutenden Künstlern des 20. Jahrhunderts. Er hinterließ ein großartiges druckgraphisches Œuvre. Als Zeitgenosse und Weggefährte von Pablo Picasso gilt er mit diesem als Schöpfer des Kubismus und damit als Wegbereiter der Moderne.

Die retrospektiv angelegte Schau widmet sich dem graphischen Werk Braques in all seiner Vielschichtigkeit. Über 80 Radierungen, Farblithographien und Farbholzschnitte zeigen Braques künstlerische Entwicklung, angefangen bei den ersten kubistischen Stillleben über seine fließenden Formbewegungen im Hesiod-Zyklus bis hin zu den stark-stilisierten Vogelbildern. Inhalt der Ausstellung sind auch absolute Meisterwerke wie bspw. die „Athênê“, "L'oiseau de feu" (Der Feuervogel), "L'oiseau dans le feuillage" (Der Vogel im Blattwerk) und "Le canard sauvage" (Die Wildente). Er war der erste, dem die Ehre zuteilwurde als noch lebender Künstler im Louvre in Paris ausgestellt zu werden. Seine Werke zählen heute zu den schönsten und bedeutendsten Exponaten in den Museen weltweit.

Das Graphische Werk

Von Anfang an hat er dem graphischen Werk seine Aufmerksamkeit und Leidenschaft geschenkt und sich mit den künstlerischen Möglichkeiten der druckgraphischen Verfahren beschäftigt. "Es macht mir unsägliche Lust, auf dem Gebiete der Graphik nach einer neuen Methode, nach einer neuen Technik zu suchen, um das, was ich fühle, genau ausdrücken zu können. Dabei kommt mir das Material von überall her zu Hilfe. [...] Ich fühle, dass ich mich auch darin verwirklichen kann, und das heißt, dass ich auf eine neue Art glücklich sein werde."

Ausgehend von dem Formenrepertoire des analytischen Kubismus entstehen bereits 1909 die ersten Graphiken Braques. Fasziniert von der griechischen Mythologie entstehen fast zwanzig Jahre später die Schwarzweißradierungen zu Hesiods "Théogonie" (1932) und die zahlreichen Farblithographien der antiken Götterwelt mit Pferd und Wagen – einem Thema, dem Braque sich wieder und wieder gewidmet hat.

Blumen, das griechische Profil, Teekannen, Äpfel, Zitronen und Vögel sind seine bevorzugten Motive und immer wieder illustriert er bedeutende Werke der Literatur.

In ihrer Reduziertheit und dem Verzicht auf alles Beschreibende und Überflüssige sind die Arbeiten von hoher poetischer Ausdruckskraft.

Die Metamorphose von Raum und Vogel

In Braques Spätwerk avancierte der Vogel zu einem eigenständigen Sujet. „Die Vögel und der Raum beschäftigen mich schon lange. Das Motiv erschien mir 1929 für eine Illustration Hesiods. Ich hatte 1910 Vögel gemalt, aber sie waren in Stilleben einbezogen, während ich in meinen letzten Arbeiten stark vom Raum und der Bewegung wie besessen war“, so ein Zitat Braques.
Die Metamorphose von Raum und Vogel empfand Braque als höchste Poesie.